Kontovollmacht – Absicherung für den Notfall

Eine Krankheit, ein Unfall – schnell kann es dann zu versäumten Zahlungen kommen. Sicherheit für den Notfall gibt eine Kontovollmacht für eine vertrauenswürdige Person. Zu bedenken ist allerdings bei jeder Vollmacht, wie weit die Rechte des Bevollmächtigten gehen sollen. Auch die richtige Form entscheidet bei einer Bankvollmacht. Gut informiert sind Sie auf der sicheren Seite.

Vorteile und Nachteile der Kontovollmacht im Überblick

Vorteile der Vorsorgevollmacht für eigene Konten Risiken der Kontovollmacht
Selbst gewählte Vertrauensperson Missbrauch durch wenig vertrauenswürdige Personen
Vermeidung von Zahlungsproblemen Verhinderung eines Bevollmächtigten
Befugnis für den Todesfall Zu weitreichende Rechte eingeräumt
Finanzielle Sicherheit/Zugriff auf Ersparnisse Verlustrisiko bei Transaktionsvollmacht für das Depot
Vermeidung von Konflikten mit Bank und Gläubigern Weitergabe von Kontoinformationen an Unbefugte

Regelung der Kontovollmacht

Sie möchten sich für den Fall absichern, dass Sie verhindert sind, Ihre Bankgeschäfte selbst wahrzunehmen? Eine gute Entscheidung, denn Vorsorge für den Notfall sollte jeder rechtzeitig treffen!

Als Form der Stellvertretung ist die Kontovollmacht im BGB §§ 164 ff geregelt.

Grundsätzlich verfügungsberechtigt sind sonst nur gesetzliche Vertreter, wie ein Betreuer, und die Eltern minderjähriger Kinder.

Ehepartner, Lebenspartner, Eltern volljähriger Kinder haben von Gesetzes wegen nicht automatisch Zugriffsrecht auf Ihr Konto! Hierfür muss mit einer Kontovollmacht vorgesorgt werden.

Das sollte bei einer Vollmacht festgelegt werden:

  1. Das betreffende Konto – Girokonto, Depots, alle Konten
  2. Umfang der Handlungsvollmacht – Überweisungen, Zahlungen, Stornierungen, Kontrolle der Geldeingänge, Bargeldabhebungen bis zu einer bestimmten Summe
  3. Vollmacht Depot – hier sollte klargestellt werden, ob der Bevollmächtigte nur die Kontrolle hat oder auch Transaktionen vornehmen darf.
  4. Prämortale Vollmacht – die Vollmacht erlischt mit dem Tod des Kontoinhabers
  5. Transmortale Vollmacht – die Vollmacht gilt über den Tod hinaus, der Bevollmächtigte kann das Konto schließen oder selbst weiterführen.
  6. Festlegung für welchen Notfall eine Vorsorgevollmacht gültig sein soll – Banken prüfen nicht, ob der Notfall wirklich gegeben ist
  7. Vollmacht für einen akuten Notfall – Festlegung des Zeitraums und Handlungsrahmens für einen bestimmten, akuten Notfall

Form der Kontovollmacht und Legitimation

Reichte früher ein formloses, handschriftliches Schreiben für die Kontovollmacht, wird das heute von den Banken in der Regel nicht anerkannt. Eine gesetzliche Festlegung der Form einer Kontovollmacht gibt es nicht!

Um unnötige Auseinandersetzungen bei der Bank zu vermeiden, sollten Sie am besten die von der Bank zur Verfügung gestellte Vorlage verwenden!

Manchmal können Vorlagen auch online heruntergeladen werden.

Achtung: Bei zahlreichen Banken ist die Anzahl der Bevollmächtigen auf zwei Personen, also auf zwei Vollmachten, beschränkt.

Bevollmächtigte Personen müssen sich legitimieren!

  1. Vorlage der handschriftlich unterzeichneten Kontovollmacht
  2. Vorlage von Personalausweis oder Reisepass (der Führerschein ist hier nicht gültig)

Gültigkeitsdauer der Vollmacht

Zum Thema Gültigkeit gibt es einige wichtige Fakten, die Sie wissen sollten:

Eine Vorsorgevollmacht für den Fall, dass der Kontoinhaber nicht mehr geschäftsfähig ist (schwere psychische Erkrankung, Demenz, Amnesie, Pflegefall) sollte einer Vertrauensperson umfassend erteilt werden. (Generalvollmacht für den konkret umschriebenen Notfall)
Die Vollmacht kann vom Kontoinhaber jederzeit zurückgezogen und auch während eines konkreten Notfalls widerrufen werden, sofern er geschäftsfähig ist.
Die Vollmacht kann jederzeit noch auf eine weitere Person ausgeweitet werden für den Fall, dass der Erstbevollmächtigte die Aufgaben nicht wahrnehmen kann.
Die Vollmacht kann auf einen Zeitraum begrenzt werden – beispielsweise für die Dauer eines längeren Krankenhausaufenthalts.

Kontovollmacht, Vorsorgevollmacht – Wahl der Vertrauensperson

Bei Ehepaaren, Lebensgemeinschaften, ist der Bevollmächtigte gewöhnlich der Ehe-/Lebenspartner. Die Vollmacht kann aber auch an Kinder, Freunde oder Verwandte erteilt werden.

Sicherheit sollte darüber bestehen, dass die Personen Ihr Vertrauen nicht missbraucht, auch nicht, wenn diese selbst in eine Notlage gerät!

Die eigene PIN, die Ermächtigung zum Online-Banking sollte nur sehr engen Vertrauten weitergegeben werden.

Tipp: Wenn Sie befürchten, dass der Bevollmächtige leichtfertig einen zu hohen Dispo in Anspruch nehmen können, sollten Sie die Überziehungsgrenze für den Fall der Vollmacht enger begrenzen!

hohe_prioritaetErteilen Sie für Depots eine Vollmacht für Transaktionen nur, wenn Sie sicher sind, dass die Vertrauensperson sich auf diese Geschäfte versteht. Mit unerwünschten Verlusten müssen Sie aber rechnen.

Sicherer ist es, diese Vollmacht nur auf die notwendigsten Handlungen zu beschränken! Eine allgemeine General- oder Vorsorgevollmacht muss nicht die Bankgeschäfte umfassen.

Stellen Sie für Ihre Konten lieber zusätzliche Vollmachten aus oder erweitern Sie die Generalvollmacht konkret auf benannte Konten und deren umfassende Verwaltung.

Die zwei wichtigsten Faktoren zum Thema Kontovollmacht

  • Kontovollmacht Sicherheit: Bevollmächtigen Sie nur absolute Vertrauenspersonen oder einen Rechtsvertreter.
  • Vorsorgevollmacht rechtzeitig: Warten Sie nicht auf einen Notfall. Nehmen Sie sich Zeit für die Kontovollmacht, besprechen Sie sich mit Vertrauten, der Bank oder einem Rechtsberater.

Die Kontovollmacht zur Vorsorge ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes vor Bankkonflikten und Zahlungsschwierigkeiten.