Das Einmaleins der Umschuldung: Die „Dispo-Falle“ richtig umgehen!

Jeder der ein Girokonto eröffnet, erhält, sofern es seine Bonität zulässt, bei Bedarf auch einen Dispositionskredit – ein kurzfristiges Darlehen, das ohne großen bürokratischen Aufwand gewährt wird. Was zum einen sehr praktisch ist, stellt aber auch eine große Gefahr dar. Denn nicht umsonst ist der Dispositionskredit oft der Beginn einer Schuldenspirale. Eine langfristige Verschuldung kann meist eine Umschuldung verhindern. Was sie bringt und worauf Sie dabei achten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hohe Kreditzinsen und niedrige Zinserträge

linien_chartDie politischen und wirtschaftlichen Krisen in Europa, aber auch auf den anderen Kontinenten dieser Welt, haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass sich immer mehr Anleger für deutsche Anleihen entscheiden.

Das hatte zur Folge, dass Sparer durch die niedrigen Zinserträge zwar gefrustet, Finanzierungen jedoch gleichzeitig immer günstiger wurden.

Kurzfristige Ratenkredite mit 6 Prozent Zinsen oder weniger sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Auch langfristige Baukredite wurden in den letzten Jahren immer günstiger.

Nie war es einfacher und attraktiver Schulden zu machen, als in den letzten Jahren.

Diese Folgewirkung bringt aber nicht nur positive Aspekte für all jene mit sich, die einen neuen Kredit abschließen möchten! Auch wer bereits verschuldet ist, hat jetzt die Möglichkeit, die günstigen Zinsen zu nutzen und auf eine günstigere Finanzierung zu wechseln.

Wie funktioniert die Umschuldung beim Dispositionskredit?

Ein ständig ausgeschöpfter Dispokredit kann ganz schnell zum finanziellen Untergang führen, denn die hohen Überziehungszinsen sorgen dafür, dass man irgendwann nur noch seine Dispokosten begleicht. Eine Tilgung der eigentlichen Schulden ist kaum noch möglich.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung

Überzieht man sein Girokonto mit Dispo über einen längeren Zeitraum um rund 2000 Euro, bezahlt man pro Monat rund 25 Euro (Annahme: 13 Prozent p.a.) an Dispozinsen.

Das sind jährlich etwa 260 Euro. Hinzu kommen meist auch noch Verzugszinsen von rund 2 Prozent.

Selbstverständlich unterscheiden sich die Kreditinstitute teils erheblich in der Höhe Ihrer Dispozinsen. Eine Spanne zwischen 5 und 14 Prozent ist durchaus üblich.

Neben einer möglichen Umschuldung ist es daher vor allem auch wichtig, sich laufend und in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Zinssätze der verschiedenen Banken zu informieren.

Auch die Politik reagiert

Mittlerweile hat auch die Politik reagiert und debattiert zumindest über mögliche Wege, Verbraucher vor der drohenden Schulden-Falle des Dispokredits zu schützen:

tinteEs wird ein Gesetz angedacht, in dem eine vorgeschriebene Warnung bei der Überziehung des Kontos festgelegt wird. Die Banken wären damit verpflichtet, ihre Kunden gesondert darauf hinzuweisen, dass sie ins Minus gerutscht sind.

Auch eine Höchstgrenze für Dispozinsen ist im Gespräch. Die ersten Banken reagieren bereits mit einer Senkung der Dispozinsen.

Ratenkredit als attraktive und flexible Alternative zum Dispo

Wer seinen ständig überzogenen Dispo loswerden möchte, schuldet am besten auf einen möglichst günstigen Ratekredit um.

Vergleich Dispo- und Ratenkredit

Dispokredit Ratenkredit
Kreditbetrag 2000 € 2000 €
Laufzeit 3 Jahre 3 Jahre
Zinssatz 13 % p.a. 6 % p.a.
Kosten rund 900 € rund 400 €

Auf einen Blick wird deutlich, dass man sich mit einem günstigen Ratenkredit über die Kreditlaufzeit in diesem Fall insgesamt über 50 Prozent an Kosten ersparen würde. Nun sind natürlich nicht alle Dispokredite so teuer und auch nicht alle Ratekredite so günstig, wie in diesem Beispiel – dennoch sind Ersparnisse nahezu in jedem Fall sicher!

Viele Infos zum richtigen Umschulden finden Sie auch auf kredite.org!

Alternative zum Ratenkredit: Der Rahmen- oder Abrufkredit

Beim Rahmen- oder Abrufkredit wird dem Kunden ein Kreditrahmen eingeräumt, den er je nach Bedarf beliebig in Anspruch nehmen kann. Zinsen fallen nur für die tatsächlich in Anspruch genommenen Beträge an.

Der Rahmenkredit ist eine sehr flexible Finanzierungsmöglichkeit. Er ist meist deutlich günstiger als der Dispo!

info_kreisDennoch sind die Zinsen meist um einiges höher, als die eines Ratenkredits. Zudem sind die Zinsen nicht fix festgelegt, sondern variabel und können sich damit monatlich verändern. Auch werden Rahmenkredite nicht immer und auch nicht von allen Banken gewährt.

Aber nicht nur eine Umschuldung von Dispositionskredit auf Ratenkredit kann sich rentieren, auch in anderen Fällen und bei anderen Finanzierungen kann eine Umschuldung Sinn machen.

Dazu gehört auch der Baukredit, der langfristig abgeschlossen wird. Hier lohnt sich eine Umschuldung schon bei geringen Zinsveränderungen.

Wann ist eine Umschuldung sinnvoll?

Ob eine Umschuldung in Ihrem Fall wirklich Sinn macht, ist vor allem von zwei Faktoren abhängig.

Zwei wichtige Faktoren:

1. Langfristige Ersparnis?

Sie sollten natürlich nur dann zu einer anderen Finanzierung wechseln, wenn diese langfristig Ersparnisse mit sich bringt. Achten Sie dabei auch unbedingt auf etwaige Vorfälligkeitsentschädigungen, die unter Umständen für die vorzeitige Auflösung eines alten Kredites anfallen können.

2. Ausreichende Bonität?

Sie sollten wirklich nur dann umschulden, wenn Sie auch die entsprechende Bonität mitbringen, die heute notwendig ist, um den Banken günstige Konditionen zu entlocken. Klären Sie das auf jeden Fall eingehend und fixieren Sie das Angebot, ehe Sie bisherige Finanzierungen auflösen.

Was macht einen günstigen Ratenkredit aus?

wwwWenn Sie sich auf die Suche nach einem günstigen Kreditgeber machen, werden Sie zwar viele Anbieter im mittleren Segment finden, richtig günstige Banken finden Sie in der Regel jedoch nicht in Form einer gewöhnlichen Filialbank.

Es handelt sich hierbei meist um Onlinebanken, wie Sie sie etwa auch in unserem Girokonto Vergleich finden!

Für den Vergleich der Ratenkredite ist vor allem der Effektivzinssatz von Bedeutung! Er schließt neben dem Nominalzins auch die Nebenkosten mit ein.

Worauf Sie bei einer Umschuldung außerdem noch achten sollten!

Im Zuge der Umschuldung lagern Sie Ihre bisher entstandenen Schulden auf eine günstigere Finanzierung um.

Gleichzeitig sollten Sie aber selbstverständlich auch darauf achten, dass Sie keine neuen Schulden verursachen!

Zum einen sollten Sie im Zuge der Umschuldung

  • Ihr Verbrauchsverhalten überdenken,
  • zum anderen ist in der Regel auch ein ausführliches Verhandlungsgespräch mit Ihrer Bank notwendig.

Die meisten Zinsen und Nebenkosten sind verhandelbar!

Jeder Bankberater hat seine Verhandlungsspanne innerhalb dieser er sich bewegen kann. Versuchen Sie vor allem die Kosten für Ihren Dispo zu senken.