Kündigungsfristen bei Girokonten

Durch das  Internet ist es heute möglich, schnell und einfach günstige und attraktive Angebote von Banken zu finden. Doch können Sie Ihr Girokonto ohne Frist kündigen, um zu einer anderen, günstigeren Bank zu wechseln? Gilt es Fristen einzuhalten oder müssen Sie bestimmte Gründe erfüllen, um Ihr bestehendes Girokonto zu schließen? Auf diese Fragen möchten wir in den folgenden Absätzen kurz eingehen.

Fakten rund um die Kündigungsfristen bei Girokonten

Die Kündigung des Girokontos ist in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch, kurz BGB, geregelt. Nach § 675h des BGB darf ein Girokonto jederzeit, ohne Einhaltung etwaiger Fristen und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, sofern keine andere Kündigungsfrist vertraglich vereinbart wurde. Gerade Letzteres kann Ihnen zum Verhängnis werden, wenn Sie bei der Eröffnung Ihres Girokontos die AGBs nicht oder nicht ausreichend studiert haben. Hier wird den Banken jedoch zum Glück gesetzlich eine Grenze gesetzt:

Vertraglich festgelegte Kündigungsfristen dürfen nicht länger als ein Monat sein!

Kündigung durch den Kontoinhaber

Sie können Ihr Girokonto jederzeit kündigen, sofern, keine individuelle Kündigungsfrist vereinbart wurde. Trifft dieszu, kann Ihre Bank die Einhaltung einer Frist von maximal einem Monat einfordern. Achten Sie bei der Kündigung auf jeden Fall darauf, diese schriftlich einzureichen und die Übermittlung des Schreibens bei Bedarf auch nachweisen zu können!

Für die gültige Einreichung der Kündigung eignen sich folgende Arten der Zustellung:

Bewahren Sie unbedingt den Aufgabeschein des Einschreibens auf!
Senden Sie diese am besten Lesebestätigung ab!
Bewahren Sie die Bestätigung des Versands auf!
Lassen Sie sich den Erhalt bestätigen!

Die Kündigung des Girokontos kann formlos erfolgen. Achten Sie darauf, dass Sie diesetintenfueller schriftlich einreichen. Geben Sie außerdem Ihren Namen, Ihre Anschrift, die betreffende Kontonummer, Datum und Unterschrift an! Sobald die Bank Ihre Kündigung erhalten hat, sollte sie eine schriftliche Bestätigung über die Kündigung ausstellen. Sollte eine Frist für die Kündigung einzuhalten sein, muss auch diese auf der Bestätigung angeführt sein.

Achtung: Banken dürfen für die Kündigung des Kontos zwar auf eine Frist von bis zu einem Monat bestehen, allerdings keine extra Gebühren in Rechnung stellen!

Kündigung durch die Bank: Fristen und Gründe

Für die Kündigung durch die Bank ist eine gesetzliche Frist von zwei Monaten verankert. Abgesehen davon, muss dieses Kündigungsrecht durch die Bank explizit im Vertrag angeführt sein. Die meisten Banken sind außerdem dazu verpflichtet, im Falle einer Kündigung den Grund bekanntzugeben. Ohne gewichtigen Grund und bestimmten Gründen ist eine Kündigung durch Banken in der Regel nicht zulässig!

Wann dürfen Banken ein Girokonto kündigen?

Die Gründe für eine Kündigung durch die Bank sind ebenfalls im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.  Gekündigt werden darf demnach grundsätzlich in folgenden Fällen:

  • Das Konto wurde bereits auf unbestimmte Zeit geschlossen
  • Die Kündigungsmöglichkeit durch die Bank wurde vertraglich vereinbart
  • Wenn ein Grund für eine außerordentliche Kündigung vorliegt

Sollte in den AGBs eine Kündigungsfrist von weniger als zwei Monaten festgelegt worden sein, ist diese nicht gültig! Die Bank muss die im BGB festgelegte Kündigungsfrist von zwei Monaten einhalten!

Die außerordentliche Kündigung

Eine fristlose Kündigung durch die Bank ist nicht immer möglich. Die Gründe hierfür müssen jenen, im BGB festgelegten Gründen für eine Kündigung zeigefingeraus wichtigem Grund entsprechen. Eine fristlose Kündigung des Girokontos durch die Bank ist laut § 314 BGB nur dann möglich, wenn eine Fortführung des Kontos unzumutbar ist. Welche Gründe dies sind, wird von den Banken in den AGBs aufgelistet. Dazu gehört zum Beispiel die Angabe falscher Daten oder falsche Informationen zu den Vermögensverhältnissen.

Kündigung des Dispokredits

Anders als bei der Kündigung des Girokontos verhält es sich bei der Kündigung des Dispos. Hier kann die Bank deutlich schneller und einfacher kündigen. Dispos können von der Bank nach 30 Tagen Frist gekündigt werden. Der überzogene Rahmen muss in diesem Fall vom Kontoinhaber beglichen werden.

Kündigung – und danach?

Bevor Sie Ihr Konto kündigen, sollten Sie unbedingt alle Daueraufträge und regelmäßigen Eingänge überprüfen. Leiten Sie vor der Kontoschließung unbedingt alle bestehenden Aufträge auf ein alternatives Konto weiter. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel „Das Girokonto kündigen – so einfach geht’s!„. Haben Sie kein alternatives Konto, sollten Sie unbedingt vor einer Kündigung ein neues Konto eröffnen, von welchem Sie Ihre zukünftigen Geldgeschäfte abwickeln können. Eine erste Anlaufstelle bietet Ihnen hierzu unser Girokonto-Vergleich. Damit haben Sie alle aktuellen Anbieter und deren Konditionen im Überblick.

Kurz gesagt

Fakten rund ums Thema Kündigungsfristen bei Girokonten:

Das sollten Sie wissen:

  • Girokonten können von beiden Seiten gekündigt werden.
  • Kontoinhaber können ihr Konto jederzeit kündigen.
  • Banken müssen eine Frist von mind. zwei Monaten einhalten.
  • Eine fristlose Kündigung durch die Bank ist nur bei bestimmten Gründen möglich.
  • Dispos können von der Bank nach 30 Tagen Frist gekündigt werden.